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Als Grundidee unserer Pflegephilosophie steht der Gedanke der niederländischen „hofjes“. Diese sind ursprünglich im Mittelalter als Wohneinheiten für Frauen entstanden. Merkmale dieser „hofjes“ sind und waren die gemeinsamen Alltagsgestaltungen. In diesem Rahmen dienten und dienen sie dazu, die eigenen Fähigkeiten mit Unterstützung und Begleitung von lebenserfahrenen Mitarbeitern zu realisieren.
Den Mittelpunkt bildete die Haushaltsführung. Dort wurden bis zu 10 Personen versorgt und gepflegt. In der heutigen Zeit erinnern wir uns an die alten Philosophien und versuchen teilweise personell und baulich diese umzusetzen. Dabei werden die zukünftigen Bewohner mit ihren Ressourcen und die notwendige Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.
In unserer baulichen Konzeption haben wir uns von diesen Gedanken leiten lassen. Viele Aspekte haben uns dazu bewogen, in freier Interpretation diese Grundidee der „hofjes“ umzusetzen. Die Aufteilung wie wir sie alle kennen, „in den unteren Räumen wird gewohnt und gekocht, kurz es findet der Alltag dort statt und oben wird geschlafen“, spiegelt sich in allen Hausgemeinschaften wieder:

In den Häusern 1 – 4 befinden sich die Bewohnerzimmer eher in den oberen Bereichen und im Erdgeschoss alle Gemeinschaftsräume wie Wohnzimmer und Küche. Vergleiche zu alten Wohnformen wie z.B. in alten Bauernhäusern oder alten Stuben, wo sich im Erdgeschoss direkt nach Eintritt die Wohnküche befand, in der gekocht, gegessen, abgewaschen, geklönt, Kinder betreut und versorgt, der Besuch empfangen wurde, entstehen nicht zufällig; sie sind gewollt.
Die wesentlichen Merkmale der Hausgemeinschaft sind tagesstrukturierende und tagesbestimmende Größen. Auch wenn mehrere Hausgemeinschaften zu einem Verbundsystem zusammengeschlossen werden können (sollten), um personell, strukturell und wirtschaftlich zu einer vernünftigen Betriebsgröße zu kommen, unterscheidet sich unsere Hausgemeinschaften doch wesentlich von dem Lebensgestaltungs- und Organisationsprinzip „Heim“. Dieses wird weitest möglich zugunsten einer Alltagsnormalität aufgegeben, ohne aber auf rationale Organisationsprinzipien für ein Zusammenleben zu verzichten.
Das gewohnte soziale und – soweit vorhanden – familiäre Umfeld der Bewohner wird konsequent in den Alltag und in die Planung einer Hausgemeinschaft einbezogen. Dies stärkt auch die Bedeutung von Angehörigenarbeit und Ehrenamt, ohne damit auf (Pflege-) Fachlichkeit und professionelle Organisation zu verzichten. Es ist zu bedenken, dass in unserer Gesellschaft die Bereitschaft zum sich Einlassen auf Wohngemeinschaften im Familienverband abnimmt und der Wunsch nach Individualität und Selbstbestimmung zunimmt.
Unser Ziel ist es, mit den Hausgemeinschaften den modernen Lebenseinstellungen alter Menschen gerecht zu werden. Hausgemeinschaften überzeugen mit ihrer an der Normalität des Alltags orientierten Konzeption der Integration in die Gesellschaft und des selbst bestimmten Lebens auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Sie sind deshalb geeignet, den gesamten Fragenkomplex „Pflege und Hilfe im Alter“ weiterzuentwickeln und in eine positive Richtung zu verändern.
© 2005 Haus Alstertal Seniorenpflegegesellschaft mbH, 0: Impressum